Accuphase

Japanische Perfektion für ein langes HiFi-Leben

Es gibt Marken, deren Geräte man nur einmal sieht und danach nicht mehr vergisst. Accuphase gehört zweifellos dazu. Die champagnerfarbenen Fronten, präzise arbeitenden Zeigerinstrumente und wunderbar satt laufenden Bedienelemente besitzen eine Anziehungskraft, der sich selbst erfahrene HiFi-Liebhaber nur schwer entziehen können.

Dabei beginnt das Erlebnis bereits beim Auspacken. Ich kenne kaum einen anderen Hersteller, der selbst seine Verpackung mit einer derartigen Akribie durchdenkt. Alles sitzt an seinem Platz, nichts wurde dem Zufall überlassen. Dieser Eindruck setzt sich an den Geräten nahtlos fort. Man kann hinsehen und hingreifen, wo man möchte: Nichts wackelt, nichts hat unnötiges Spiel und auch im hintersten Winkel findet sich keine Spur von Nachlässigkeit. Die sprichwörtliche Zuverlässigkeit von Accuphase ist daher kein Zufall, sondern die logische Folge dieser Sorgfalt.

Dieser bis heute in der Verarbeitung sichtbare und spürbare Anspruch reicht bis zu den Anfängen des Unternehmens zurück.

Accuphase DP-770 CD/SACD-Player
Accuphase DP-770

Ein bewusster Gegenentwurf zur Massenproduktion

Gegründet wurde das Unternehmen 1972 von den Brüdern Nakaichi und Jiro Kasuga. Nachdem sie Trio-Kenwood verlassen hatten, versammelten sie eine kleine Gruppe Gleichgesinnter um sich. Ihr Ziel war es, hochwertige Audiokomponenten zu entwickeln, ohne sich den Zwängen industrieller Massenfertigung unterordnen zu müssen.

Das Unternehmen firmierte zunächst als Kensonic Laboratory, seine Geräte trugen jedoch von Beginn an den Markennamen Accuphase. Unter diesem Namen erschienen 1973 die ersten Modelle: der Vorverstärker C-200, die Endstufe P-300 und der Tuner T-100. Im Jahr 1982 wurde schließlich auch das Unternehmen in Accuphase Laboratory umbenannt.

Bis heute entstehen die Geräte in begrenzten Stückzahlen und sorgfältiger Handarbeit in Japan. Von der Entwicklung und Fertigung über die unabhängige Qualitätskontrolle bis zur langfristigen Servicefähigkeit greift dabei alles ineinander. Bei Accuphase möchte man nicht möglichst viele Geräte bauen, sondern Produkte schaffen, die ihre Besitzer über sehr viele Jahre begleiten.

Accuphase E-800S Vollverstärker
Accuphase E-800S

Fortschritt mit kleinen, konsequenten Schritten

Von außen betrachtet verändert sich das Accuphase-Design nur sehr behutsam, während im Inneren jede Generation kontinuierlich weiterentwickelt wird. Ich nenne es bei Accuphase immer so: Evolution statt Revolution.

Das bedeutet aber nicht, dass man sich neuen Entwicklungen verschließen würde. Ganz im Gegenteil: Man hält gezielt Ausschau nach technischen Lösungen, die einen sinnvollen Fortschritt bringen. Die wohl bedeutendste Eigenentwicklung ist die 2002 erstmals im Vorverstärker C-2800 eingesetzte AAVA-Lautstärkeregelung. Sie war eine echte Revolution, weil sie sich grundsätzlich von herkömmlichen Lautstärkeregelungen unterschied.

Im Gegensatz zu einem herkömmlichen Potentiometer schwächt AAVA das Musiksignal nicht über einen veränderlichen Widerstand ab. Stattdessen wandelt die Schaltung das als Spannung vorliegende Musiksignal in 16 unterschiedlich gewichtete Stromsignale um. Je nach Stellung des Lautstärkereglers werden diese über Stromschalter ausgewählt und miteinander kombiniert. Ihre Summe bestimmt unmittelbar die Verstärkung und damit die gewünschte Lautstärke. Anschließend wird das Stromsignal wieder in ein Spannungssignal zurückgewandelt. Die gesamte Verarbeitung des Musiksignals bleibt dabei analog.

Da kein veränderlicher Widerstand im Signalweg liegt, bleibt die Impedanz bei der Lautstärkeregelung konstant. Dadurch bleiben Rausch- und Verzerrungswerte sowie der Frequenzgang über den gesamten Regelbereich besonders stabil.

Gerade beim Leisehören ist das von großem Vorteil. Denn je niedriger die Lautstärke eingestellt wird, desto wichtiger ist ein möglichst niedriger Rauschgrund. Feine Informationen, kleine dynamische Abstufungen und räumliche Zusammenhänge bleiben dadurch besser erhalten. Zugleich bleiben beide Kanäle auch bei kleinen Pegeln nahezu gleich laut, sodass die räumliche Abbildung nicht ungewollt zu einer Seite wandert.

Der hohe technische Aufwand beschränkt sich nicht auf die AAVA-Lautstärkeregelung. Das sehr breit aufgestellte Sortiment umfasst Vollverstärker, Vor- und Endstufen, CD/SACD-Spieler, D/A-Wandler, Phonovorverstärker, Tonabnehmer, Stromaufbereitung und sogar Geräte zur digitalen Raumkorrektur. Bemerkenswert ist dabei, wie bedienerfreundlich Accuphase-Geräte trotz ihres enormen Ausstattungsumfangs sind. Die meisten Funktionen erschließen sich von selbst, und für alles Weitere liegt eine ausführliche und klar strukturierte Bedienungsanleitung bei.

Accuphase A-48S Endverstärker
Accuphase A-48S

Accuphase im OHA-Studio – vor den Toren Wiens

Accuphase nimmt für mich innerhalb der HiFi-Welt eine Sonderstellung ein. Das liegt allerdings nicht an einer einzelnen Eigenschaft, sondern an der seltenen Geschlossenheit, mit der hochwertige Verarbeitung, Zuverlässigkeit, Funktionsvielfalt und eine über Generationen hinweg klar erkennbare Identität zusammenfinden.

Klanglich stehen Accuphase-Geräte für Ruhe, Kontrolle, Offenheit und eine sehr kultivierte Art der Musikwiedergabe. Sorgfältig mit den passenden Lautsprechern und der übrigen Anlage kombiniert, zeigen sie eindrucksvoll, wie selbstverständlich sich technische Souveränität und musikalische Feinfühligkeit miteinander verbinden lassen.

Ich habe mich über Jahre hinweg intensiv mit dem gesamten Portfolio beschäftigt und dadurch ein umfassendes Wissen und ein feines Gespür dafür entwickelt, welche Modelle in welchen Kombinationen ihre besonderen Stärken entfalten. Es muss keineswegs automatisch das größte und teuerste Modell sein. Entscheidend ist vielmehr, welches Accuphase-Modell am besten zu den verwendeten Lautsprechern, dem Hörraum und den persönlichen Vorlieben passt.

Welche Kombination musikalisch am meisten überzeugt, entscheidet sich letztlich beim Hören. Bei einem unverbindlichen Termin im OHA-Studio in Maria Enzersdorf können Sie Accuphase in sorgfältig zusammengestellten Anlagen kennenlernen. Gerne können Sie das gewünschte Gerät auch für einen ausgiebigen Test in Ihrer eigenen Anlage ausleihen.

-> Preise auf Anfrage

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