Audiovectors R3 Arreté sind zierliche, optisch eher zurückhaltende Erscheinungen. Das war mein erster Eindruck, als ich beide Lautsprecher das erste Mal im Klangraum 2 des OHA-Studios platzierte. Um das wahre Potential erhören zu können und dabei nichts dem Zufall zu überlassen, galt es nun, ein passendes Setup zu erstellen. Bei einem Preis von knapp 12.800,00 Euro für die zwei hübschen Erscheinungen, ist die Erwartungshaltung zugegebenermaßen hoch.

Die Wahl des Verstärkers fiel dabei auf den Audia Flight FLS 9. Er stellt mit fast 300 Watt an 4 Ohm in jeder Situation mehr als ausreichend Leistung zur Verfügung, hat obendrein ein hohes Auflösungsvermögen und ist pfeilschnell. Das harmoniert aus meiner langjährigen Erfahrung sehr gut. Als passionierter CD-Hörer, fiel meine Entscheidung auf den Audia Flight FL CD Three S als Quelle. Ihn schätze ich aufgrund seiner Musikalität. In seiner Preisklasse hat er nicht besonders viele Mitstreiter, die Musik in ähnlicher Qualität wiedergeben. Verbunden wurde die gesamte HiF-Kette mit formidablen Kabel der in-akustik Serie 2405 Air. Einem aussagekräftigen Test stand somit nichts mehr im Weg. Was soll ich sagen? Klar ist: “Jeder Kramer lobt seine Ware” . Die Audiovector R3 Arreté sind, soviel möchte ich gleich vorweg nehmen, jeden einzelnen Cent ihres Anschaffungspreises wert. Sie spielen derart erwachsen, flüssig und im Hochton seidig-geschmeidig, dass es große Freude macht, mit ihnen Musik zu hören.

Dieser ganz spezielle, niemals nervige Hochton ist eine echte Audiovector-Spezialität. Er erinnert mich an Sonnenschein, gepaart mit einem wohlig warmen Sommerwind. Die Entscheidung, den Air-Motion-Transformer einerseits offen und informativ abzustimmen und ihm andererseits auch eine gewisse Milde angedeihen zu lassen, finde ich goldrichtig. Das Gehör ermüdet dadurch nicht, da auch schlechte Aufnahmen deutlich weniger nerven. Der Hochton der Arreté ist übrigens als Dipol ausgelegt. Das sorgt zusätzlich für eine grandiose räumliche Abbildung. Manche bevorzugen vielleicht eine noch etwas offensivere und plakativere Art der Wiedergabe. Sie werden mit Sicherheit bei einem anderen Hersteller fündig. Als eine weitere Audiovector-Spezialität soll das Freedom-Grounding-System nicht unerwähnt bleiben. Es senkt nochmals das Grundrauschen und auftretende Verzerrungen, wodurch die Musik, als wäre ein Vorhang weggezogen, stärker in den Vordergrund tritt. Nun zum Thema Bass. Es ist mehr als anständig, was hier geboten wird. Mehr ist aktuell mit einem Durchmesser von siebzehn Zentimetern kaum machbar. Der Bass ist drall, gut konturiert, dabei leicht federnd statt staubtrocken. Er liegt von der Abstimmung her, etwas über Normalnull. Das macht schlanke und ausgezehrte Aufnahmen erträglicher und sorgt nebenbei bei guten Aufnahmen für eine gewisse Extra-Portion Spaß. Zusätzlich ist ein erreichbarer Maximalpegel von rund 110 dB ebenfalls eine Ansage für die Abmessungen der R3 Arreté. Auch bei geringer Lautstärke wissen sie vollends zu überzeugen und behalten dabei stets die richtige energetische Balance.

Meine Empfehlung: Wenn Sie auf der Suche nach Lautsprechern mit solchen Klang- und Charaktereigenschaften sind, vereinbaren Sie einen unverbindlichen Hörtermin im OHA-Studio und überzeugen sich selbst von den außergewöhnlichen Qualitäten der Audiovector R3 Arreté.